Ich glaube nicht, dass Menschen mit Akne zu wenig wissen.
In meiner Arbeit als Hautärztin begleite ich seit vielen Jahren Menschen mit Akne und anderen chronischen Hautproblemen.
Dabei ist mir immer wieder etwas aufgefallen:
Die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben sich bereits intensiv mit ihrer Haut beschäftigt.
Sie haben Bücher gelesen, Ernährung umgestellt, Produkte ausprobiert und nach möglichen Ursachen gesucht.
Trotzdem bleibt häufig ein Gefühl der Unsicherheit zurück:
Was ist für mich eigentlich wirklich wichtig?
Wo soll ich beginnen?
Und worauf kann ich mich langfristig verlassen?
Diese Fragen haben mich schon früh in meiner Tätigkeit als Hautärztin beschäftigt.
Denn auch ich hatte bereits als Jugendliche gesundheitliche Beschwerden, bei denen ich das Gefühl hatte,
dass die reine Betrachtung einzelner Symptome nicht ausreicht, um Gesundheit wirklich zu verstehen.
Damals begann ich, mich intensiv mit ganzheitlicher Medizin und unterschiedlichen Gesundheitskonzepten auseinanderzusetzen.
Besonders die traditionelle indische Medizin Ayurveda hat mich fasziniert, weil sie Gesundheit nicht isoliert betrachtet, sondern immer den ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Gleichzeitig war mir immer wichtig:
Die moderne Medizin und die Schulmedizin sind für mich ein unverzichtbarer Bestandteil einer guten medizinischen Versorgung.
Meine Erfahrung hat mir jedoch gezeigt, dass Gesundheit häufig mehr umfasst als einzelne Laborwerte, Medikamente oder Symptome.
Gesundheit entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme.
Nach meiner Ausbildung zur Hautärztin habe ich deshalb zusätzlich eine Ausbildung in Ayurveda in den USA absolviert.
Dort habe ich gelernt, Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit zu betrachten,
sondern als ein Zusammenspiel aus Ernährung, Verdauung, Hormonen, Lebensstil, Stress und persönlichem Wohlbefinden.
Dieses Verständnis hat nicht nur meine eigene Sicht auf Gesundheit verändert,
sondern auch meine Arbeit als Ärztin.
Denn mir wurde immer bewusster:
Menschen brauchen häufig nicht noch mehr Informationen.
Sie brauchen Orientierung,
einen verständlichen Weg und
Begleitung über einen längeren Zeitraum.
So entstand mein Ansatz zur Behandlung von Akne.
Als ich 2010 meine dermatologische Praxis eröffnete, begann ich,
gemeinsam mit meinen Patientinnen und Patienten neue Wege in der Behandlung von Akne zu gehen.
Dabei stand nie nur die Frage im Mittelpunkt:
Welche Creme könnte noch helfen?
Sondern vielmehr:
Welche Faktoren beeinflussen die Haut dieses Menschen tatsächlich?
Über die Jahre entstand daraus ein strukturierter Ansatz, der unterschiedliche Bereiche berücksichtigt:
- Ernährung,
- Verdauung,
- Hormone,
- Stress,
- Lebensstil und
- die individuelle Lebenssituation.
Dieser Ansatz wurde über viele Jahre gemeinsam mit meinen Patientinnen und Patienten weiterentwickelt und bildet heute die Grundlage meiner Arbeit.
Was mich bis heute besonders berührt
Inzwischen durfte ich mehrere tausend Menschen auf ihrem Weg begleiten.
Dabei erlebe ich immer wieder:
Veränderung entsteht selten durch eine einzelne Maßnahme oder eine schnelle Lösung.
Sie entsteht häufig dann, wenn Menschen beginnen,
- ihren Körper besser zu verstehen,
- Zusammenhänge zu erkennen
- und Schritt für Schritt einen Weg zu finden, der zu ihrem eigenen Leben passt.
Das Schönste an meiner Arbeit ist deshalb bis heute nicht nur die Verbesserung der Haut.
Es ist zu sehen, wenn Menschen wieder mehr Vertrauen in ihren eigenen Körper gewinnen und sich wieder wohler in ihrer Haut und ihrem Leben fühlen.
Herzlichst
Dr. med. Julia Lämmerhirt
Fachärztin für Dermatologie und Akne-Expertin
